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Mit Veränderungen umgehen

Unser gesamtes Leben besteht aus ständiger Veränderung. Nichts bleibt so wie es ist. Sobald ich diese Worte gedacht und niedergeschrieben habe, sind sie auch schon Vergangenheit.

Auch wenn ich immer auf eine ganz bestimmte Stelle in einem Fluss blicke ist der Fluss niemals der gleiche, der er vor wenigen Augenblicken war. Er verändert sich ständig, es sind immer andere und neue Wassertröpfchen, die da an mir vorbeihuschen.

Ebenso verhält es sich mit unserem Leben. Auch wenn wir denken, dass wir jeden Tag den gleichen Ablauf hätten, so ist doch jede Sekunde absolut einzigartig und es liegt an uns, ob wir dieses erkennen und wertschätzen oder nicht.

Nachdem wir uns entschlossen haben in einen materiellen Körper zu inkarnieren, beginnt ein ständiges Loslassen. Das erste Loslassen erleben wir bei unserer eigenen Geburt. Vom warmen und geborgenen Paradies wechseln wir in eine helle, kalte Umgebung, in der Hoffnung mit viel Liebe empfangen zu werden. Ab diesem Zeitpunkt müssen wir unser gesamtes Leben hindurch immer wieder etwas aufgeben: Gedanken und Gefühle ändern sich, Ortswechsel, Berufswechsel, Freunde, Beziehungen, die Kinder die erwachsen werden, u.s.w.

Das schwerste Loslassen trifft uns, wenn Menschen oder Tiere sterben. Wer mit dieser Trauer in Berührung kommt ist oft hilflos und fühlt sich alleingelassen. Man erlebt Verzweiflung, Ohnmacht und Schmerz. Hat Probleme damit das Geschehene zu fassen und es anzunehmen.

Aber der Fluss lehrt uns, dass er sich zwar ständig ändert, aber er bleibt dennoch ein Fluss. Auch die Wassertröpfchen, die an uns vorbeigeflossen sind, gehen nicht verloren. Sie fließen einfach nur weiter und gehen mutig ihren Weg bis zum Meer. Ebenso geht es allen Dingen, Menschen und Tieren, die wir jemals losgelassen haben. Auch sie beschreiten entweder in diesem Leben neue Wege oder sind auf dem Weg zurück zu ihrem Ursprungs-Meer. Aber niemand geht verloren, sondern ändert einfach nur seine Beschaffenheit von Materie zu Energie.

Lasst uns die Veränderungen annehmen und sind wir Dankbar für die unendlichen Möglichkeiten, die uns unser jetziges Dasein bietet, bis auch wir zu unserem Ursprung zurückkehren.

Was nehmen wir mit?

Meine Uroma war und ist für mich ein großes Vorbild. Sie hieß Elisabeth und im Buch „Kirana an Mutti…“ hat sie die Rolle von Lottas Mutter übernommen. Ich danke ihr dafür, dass ich 19 Jahre von ihr lernen durfte. Wir lebten zusammen in einem Haus und ich verbrachte sehr viel Zeit mit ihr. Sie ist auch heute noch für mich da, wenn ich sie brauche.

Wenn ich als Kind mit Oma zum Einkaufen gegangen bin und habe schöne Dinge gesehen, z.B. eine Puppe die ich gerne haben wollte, dann strich meine Oma mir oft über den Kopf und sagte: „Brauchst Du das wirklich um glücklich zu sein? Kannst du das irgendwann mitnehmen?“ Als Kind verstand ich das nicht und wollte die Puppe trotzdem haben. Sie hat mir dann auch hin und wieder mal etwas gekauft. Wenn ich dieses Spielzeug dann irgendwann weggelegt habe, hat sie mich wieder gefragt: „Na, macht dich die Puppe jetzt nicht mehr glücklich? Weißt du: Ich habe dich und das macht mich wirklich jeden Tag glücklich.“

Erst ich ich älter wurde habe ich verstanden was sie mir damals erklären wollte: alle materiellen Dinge die wir uns im Laufe unseres Lebens so sehnlichst wünschen, ob Kleidung, Auto, Haus, Handy, etc., alle diese Dinge machen uns nicht wirklich glücklich, wenn wir sie dann endlich besitzen. Denn sie sind bald wieder schmutzig, kaputt oder wertlos.

Was wir aber wirklich auch in die jenseitigen Welten mitnehmen dürfen sind die Erinnerungen an die Menschen, die uns glücklich machten und die Liebe, die wir im Laufe unseres Lebens erhalten haben. Solch ein Mensch ist meine Uroma, deren Liebe mich auch heute noch umhüllt, wenn ich nur an sie denke.