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Was nehmen wir mit?

Meine Uroma war und ist für mich ein großes Vorbild. Sie hieß Elisabeth und im Buch „Kirana an Mutti…“ hat sie die Rolle von Lottas Mutter übernommen. Ich danke ihr dafür, dass ich 19 Jahre von ihr lernen durfte. Wir lebten zusammen in einem Haus und ich verbrachte sehr viel Zeit mit ihr. Sie ist auch heute noch für mich da, wenn ich sie brauche.

Wenn ich als Kind mit Oma zum Einkaufen gegangen bin und habe schöne Dinge gesehen, z.B. eine Puppe die ich gerne haben wollte, dann strich meine Oma mir oft über den Kopf und sagte: „Brauchst Du das wirklich um glücklich zu sein? Kannst du das irgendwann mitnehmen?“ Als Kind verstand ich das nicht und wollte die Puppe trotzdem haben. Sie hat mir dann auch hin und wieder mal etwas gekauft. Wenn ich dieses Spielzeug dann irgendwann weggelegt habe, hat sie mich wieder gefragt: „Na, macht dich die Puppe jetzt nicht mehr glücklich? Weißt du: Ich habe dich und das macht mich wirklich jeden Tag glücklich.“

Erst ich ich älter wurde habe ich verstanden was sie mir damals erklären wollte: alle materiellen Dinge die wir uns im Laufe unseres Lebens so sehnlichst wünschen, ob Kleidung, Auto, Haus, Handy, etc., alle diese Dinge machen uns nicht wirklich glücklich, wenn wir sie dann endlich besitzen. Denn sie sind bald wieder schmutzig, kaputt oder wertlos.

Was wir aber wirklich auch in die jenseitigen Welten mitnehmen dürfen sind die Erinnerungen an die Menschen, die uns glücklich machten und die Liebe, die wir im Laufe unseres Lebens erhalten haben. Solch ein Mensch ist meine Uroma, deren Liebe mich auch heute noch umhüllt, wenn ich nur an sie denke.

 

 

Vorahnungen

Nach meiner Nahtoderfahrung als 7jährige hat sich mein Leben sehr verändert. Ich hatte immer wieder Vorahnungen und Träume, die dann leider Wirklichkeit wurden. Ich träumte z.B. sehr real von einem Hubschrauberabsturz. Kurze Zeit später konnte man bei einem Gewinnspiel in unserer Nähe einen Hubschrauberrundflug gewinnen. Dieser Hubschrauber stürzte ab und 4 Menschen starben. Auch den gewaltsamen Tod einer Mitschülerin habe ich geträumt. Immer wenn ich kurze Zeit später erfahren habe, dass meine Träume wahr wurden, hatte ich Angst der Auslöser zu sein. Erst Jahre später konnte ich damit umgehen und seitdem nutze ich solche Träume und Vorahnungen für mein Leben.

Erdgebundene Seelen

In dem Buch „Kirana am Mutti: darf ich dich im Himmel besuchen“ erzählt eine Geschichte von Ralf, der nach seinem Tod am Unfallort bleibt, statt in die jenseitigen Welten zu wechseln.

Diese Geschichte habe ich geschrieben, weil es auf meinem Weg zur Arbeit bisher zwei Stellen gab, an denen ich die erdgebundenen Seelen von Verunglückten spüren konnte die nicht erkannt hatten, dass sie gestorben waren. Ich konnte ihnen helfen ins Licht zu gehen.

In meinem Leben habe ich schon einige Menschen kennengelernt, die auch diese erdgebundenen Seelen z.B. als durchsichtige Gestalten erkennen, ihre Anwesenheit spüren oder ihre Gerüche wahrnehmen können. Andere wiederum erleben, dass plötzlich das Licht im Haus flackert oder seltsame Geräusche zu hören sind.

Zeichen …

Nachdem meine Uroma geheiratet hatte, ist sie mit ihrem Mann in das neugebaute Haus gezogen. Sie hat wenige Wochen später einen weißen Rosenstock in den Garten gepflanzt.

Dieser Rosenstock hatte die folgenden Jahre immer nur wenige bis gar keine Blüten. Als das dritte Mädchen meiner Uroma eineinhalb Jahre alt war, blühte der Rosenstock in voller Pracht, sodass es jedem sofort auffiel, der in den großen Garten sah.

Wenige Wochen später starb das eineinhalbjährige Mädchen.

Viele Jahre vergingen und der Rosenstock blühte immer nur dann sehr prächtig, wenn enge Familienangehörige starben. Z.B. die Töchter meiner Uroma, also meine Großtante mit 50, zwei Jahre später deren Schwester, meine Oma mit 50 und einige Jahre später mein Uropa mit 82.

Auch vor dem Tod von anderen Familienangehörigen hat er uns immer gewarnt. Sogar wenn unsere geliebten Tiere gingen hat er geblüht. Nur nicht ganz so prächtig, wie bei engen Verwandten. Wir wussten daher immer, wann etwas geschehen würde, nur nicht immer wen es treffen wird.

Als ich 19 Jahre alt war, hat dieser Rosenstock mehr geblüht als je zuvor. Eine Woche später ist meine Uroma mit 96 Jahren sehr friedlich gestorben. Sie war bis 4 Tage zuvor kerngesund und trotz der schlimmen Erfahrungen in ihrem Leben, immer glücklich und zufrieden mit sich und der Welt.

Sie hatte ihr ganzes Leben lang die Kirche abgelehnt, aber einen starken Glauben an die jenseitige Welt und ein Wesen, das uns alle beschützt. Von dem wir alle gekommen sind, das immerwährend in uns lebt und zu dem wir zurückkehren werden.

Am Tag, als sie starb, saß meine Mutter (ihre Enkelin) an ihrem Sterbebett und hielt ihre Hand. Meine Uroma plauderte ein wenig mit ihr und lächelte immer wieder in eine Ecke des Raumes. Dann drehte sie sich meiner Mutter zu und sagte: „Kind, du musst mich jetzt loslassen, damit ich zurückgehen kann. Bitte lass jetzt meine Hand los.“

Meine Mutter lies die Hand los und meine Oma seufzte ganz tief. Danach starb sie mit einem Lächeln auf den Lippen.

Am Tag ihrer Beerdigung hat meine Mutter alle Blüten des Rosenstocks abgeschnitten und wir haben sie der Uroma ins Grab geworfen. Es war eine heitere und lustige Stimmung auf der Beerdigung. Niemand hat geweint, am liebsten hätten wir gesungen und getanzt, denn wir spürten ihre Nähe.

Einige Tage nach der Beerdigung hat meine Mutter den Rosenstock ausgegraben. Sie meinte, dass sie ab jetzt nicht mehr gezeigt bekommen möchte, wenn jemand stirbt.